losing myself

2.5.17


6 Monate ist es jetzt schon her. Ein halbes Jahr. Vor unglaublichen 6 Monaten bin ich zu Hause ausgezogen, um mich hier meinem Studium zu widmen. Es hört sich an wie eine kleine Ewigkeit. Aber es fühlt sich an, als wäre es erst gestern gewesen. Als hätte ich gestern erst mein Abizeugnis in die Hand gedrückt bekommen. Als hätte ich gestern erst für mein Abi gelernt. Und jetzt?
Jetzt lerne ich immer noch. Aber andere Sachen.
Und es fühlt sich an als wäre mein Leben nie anders gewesen.
Es ist alles so wie immer. Nur noch besser.

Ich weiß nicht wie das alles passieren konnte. Eben habe ich noch einfach so vor mir her gelebt. Ich bin zur Schule gegangen, habe gekellnert, habe gebloggt und hatte so viel Zeit.
Und im nächsten Moment war alles anders.
Jetzt sitze ich im Hörsaal oder vor dem Mikroskop oder stehe im Präpariersaal. Ich verbringe Stunden, Tage, gefühlte Wochen in der Bibliothek mit meinen Freundinnen, weil wir wie die Irren lernen und uns gegenseitig erzählen, dass wir das alles unmöglich schaffen können. Den größten Teil des Tages verbringe ich inzwischen wohl in der Uni. Oder auf dem Uni-Gelände. Ich weiß nicht, wann ich zu diesem Menschen geworden bin.

Wie ist das passiert? Ich frage mich wirklich, wann ich zu diesem Menschen geworden bin. Irgendwie finde ich das fast schon abartig. Ich habe angefangen mich unnötig und übermäßig selbst zu stressen, ich bin spießig(er) geworden, ich habe manchmal das Gefühl, mein ganzes Leben besteht nur noch daraus zu lernen. Und ich kann nicht abschalten. Es gibt Tage, an denen ich an nichts anderes denken kann. Ich habe angefangen mein Leben nach meinen Lernplan auszurichten. Genau genommen habe ich nicht mal einen Lernplan. Aber ich habe das dringende Bedürfnis immer und wirklich immer zu lernen. Ich will nicht sagen, dass ich überhaupt gar kein Leben mehr habe.
Im Grunde stimmt das nicht. Ich liebe dieses Studium und ich bin in so vielen Momenten unfassbar dankbar dafür, dass ich das machen darf. Ich schätze das sehr. Und es ist so ein großes Privileg, dass ich mich in manchen Momentan nicht gut genug, dafür fühle.

Ich habe ein halbes Jahr gebraucht, um mich hier – in meiner neuen Heimat – einzuleben.
Ich liebe mein Leben hier. Aber in all diesem Wirrwarr habe ich das Gefühl mich selbst zu verlieren. Ich bin ein anderer Mensch geworden und ich weiß noch nicht, ob ich diesen Menschen mag.


Coat ähnliche hier | Top  via Gamiss | Jeans Zara| Schuhe Reebok | Tasche ähnliche hier  | Sunnies via Zaful


Mein Blog hat in letzter Zeit darunter stark gelitten. Das ist auch einigen von euch aufgefallen und mich haben einige Nachrichten dazu erreicht. Mir war einfach gar nicht bewusst, wie viele sich das doch wirklich durchlesen. Und wie viele sich darüber Gedanken machen. Wie viele Menschen ich hiermit erreiche. Das war mir nie bewusst. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass ich so liebe Leser habe. Und es macht mich irgendwie fertig, dass ich das alles so vernachlässigt habe. Es ist so schön endlich mal wieder einen „Teenie-mäßigen-Seelenkram“ Post zu schreiben. Ich habe mich selbst verloren. Aber wiedergefunden. Und es ist alles so wie immer, nur noch besser. Zumindest hoffe ich, dass das so sein wird.

Love,
Christina ♥

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9 Kommentare

  1. Erst einmal möchte ich dir ein Riesen Kompliment dafür geben, wie wunderschön du schreiben kannst. Es macht wirklich Spaß deine Texte zu lesen und man wird regelrecht von deinen Worten mitgerissen. Ich wohne zwar selbst noch daheim, aber ich kann nachvollziehen was für eine Umstellung es ist von daheim auszuziehen und sich voll und ganz auf sein Studium zu konzentrieren. Es ist einfach was komplett anderes aus der Schule zu sein und aufeinmal etwas völlig Neues zu tun. Ich erinnere mich noch wie Gestern daran, als ich meine Ausbildung begonnen habe und welche eine große Umstellung das zu Beginn war. In vielen Dingen kann ich dich so gut nachvollziehen, denn ich scheine dir in einigen Dingen wirklich ähnlich zu sein. Ich habe auch das Gefühl irgendwie Spießiger geworden zu sein und immer lernen zu müssen & dinge gut ausführen zu wollen. Meistens setze ich mich dabei natürlich so unter Stress, sodass mein Kopf fast zu platzen droht haha. Zum Glück habe ich mich mittlerweile darf gewöhnt und bekomme alles relativ gut gebacken :) Zu deinem Outfit kann ich nur sagen das es mir unglaublich gut gefällt und ich deinen Kleidungsstil sehr gerne mag. Dein Blog gefällt mir echt gut deswegen folge ich dir auch direkt einmal :) Ich würde mich total über deinen Besuch auf meinem Blog freuen !

    Liebe Grüße
    Measlychocolate by Patty
    Measlychocolate now also on Facebook

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  2. Deine Bilder sind wahnsinnig schön, aber vor allem dein Text und deine Art zu schreiben hat mich gerade so berührt. Mir geht es nämlich ganz genauso, ich bin selbst vor einem halben Jahr ausgezogen und du sprichst mir einfach aus der Seele! Mach weiter so, du bist so talentiert :)

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  3. Was für ein schöner Post! Deine Bilder sehen wie immer super schön aus und ich kann dich gut verstehen. Ich bin zwar nicht ausgezogen, aber dafür pendel ich jeden Tag 1,5h zur Arbeit nach Hamburg hin und wieder zurück. Das ist wirklich anstrengend und viel Zeit bleibt einem da am Ende des Tages auch nicht mehr.. aber es kommen auch wieder ruhigere Zeiten!
    Liebe Grüße,
    Laura von lauraskreativecke

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  4. Ein wirklich toller Post mit sehr schönen Bildern und Worten die einen berühren!
    Ich verstehe dich total! Ich bin ebenfalls vor ca. 8 Monaten ausgezogen, habe zu dem Zeitpunkt auch gerade meine Ausbildung zur Fotografin begonnen. Mein Leben bestand zu dem Zeitpunkt einfach nur aus Arbeit, wenns hoch kam war ich am Tag 4 Stunden zu Hause und anschließend den ganzen Tag auf der Arbeit und mit nem freien Tag ist da nichts ! So war dann auch für mich irgendwann der Punkt erreicht, wo dieser Mist auf meine Gesundheit zurück viel und ich die Ausbildung so beenden musste ! Ich bin jetzt viel viel glücklicher als je zuvor !

    Liebe Grüße
    Celine von hellocelini.blogspot.de :-*

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  5. Was für ein tollen Blog du hast! Bin dir direkt mal gefolgt! :)

    LG Cella❤️ | Hier geht's zu meinem Blog

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  6. Liebe Christina, ich kenne das Gefühl, welches Du beschreibst sehr gut. Man viel soviel wie möglich lernen und hat dabei das Gefühl, das Leben zieht an einem vorbei und wenn man dann mal was anderes macht, hat man ein schlechtes Gewissen - so geht es mir zumindest. Aber ich finde gut, dass Du darüber schreibst und dass Du jetzt Dich wieder gefunden hast - zumindest teilweise. Und ich wünsche Dir, dass Du von nun am immer happier wirst und wieder Zeit für all die Dinge hast, welche Du gerne tust :)
    Liebst, Janine
    https://www.yourstellacadente.com/

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  7. Hallo Cinapeh,
    Würdest du zu mir nach Stuttgart kommen, bezahle auch die rückfahrt. Musst dir keine Sorgen machen, bin weiblich. Ich würde dich gerne persöhnlich kennenlernen und liebe deine Blogs. Bin wohl einer deiner größten Fans. Finde deine Art einfach mega.

    Deine Sara

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